Energieausweis

Energieausweis - Warum, wie und wann?

Veröffentlicht am 02.10.2019


Der Energieausweis ist das wohl bekannteste Dokument, das aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) hervorgeht. Jedoch gibt es viele Fragen rund um den Energieausweis. In diesem Ratgeber finden Sie Antworten auf die meistgestellten Fragen rund um den Ausweis, der Daten zu Energiekosten und Energieeffizienz eines Gebäudes enthält. Warum braucht man einen Energieausweis? Was passiert, wenn keiner vorgelegt werden kann? Wer stellt ihn aus? Und wann ist der Bedarf bzw. der Verbrauch ausschlaggebend? Hier erfahren Sie es!

Warum ist ein Energieausweis wichtig?

Bei der Vermietung sowie auch beim Verkauf von Immobilien, also einem Haus oder einer Wohnung, ist der Energieausweis seit 2014 Pflicht. In dem Dokument sind Werte niedergeschrieben sowie grafisch dargestellt, welche den energetischen Zustand des Gebäudes darlegen. So liegen potenziellen Mieter/innen oder Käufer/innen von Haus oder Eigentumswohnung auf einen Blick alle notwendigen Daten vor, die zur Schätzung oder sogar Berechnung der voraussichtlichen Energieausgaben führen.

Zudem kann ein Energieausweis nach EnEV aufzeigen, dass eine Immobilie womöglich erst einmal saniert werden muss, damit sie energieeffizient ist und keine zu großen Kosten für Heizung, Kühlung und dergleichen verursacht. Der Energieausweis ist somit eine Art Verbraucher- bzw. Käuferschutzmaßnahme. Gerade beim Verkauf von Haus oder Eigentumswohnung ist also darauf zu achten, dass ein aktueller Energieausweis vorliegt. Ist dies nicht der Fall, beträgt ein mögliches Bußgeld bis zu 15.000 Euro.

Wann ist der Energieausweis Pflicht?

Der Energieausweis ist erforderlich, wenn eine Immobilie vermietet oder verkauft werden soll. Somit müssen sich Verkäufer eines Hauses oder einer Eigentumswohnung sowie Neu-Vermieter um dieses Dokument kümmern. Vermieter müssen für ihre Bestandsimmobilien regelmäßig einen neuen Energieausweis ausstellen lassen – dazu weiter unten mehr.

Auszüge des Energieausweises sind bereits in der Wohnungsanzeige und / oder im ausgehändigten Exposé anzuzeigen. Käufer/innen oder Mieter/innen müssen sich schon vor einer verbindlichen Zusage zum Geschäft einen Überblick über die energetischen Werte des Objekts machen können. Die energetische Gesamtbilanzierung, die nach der Energieeinsparverordnung erstellt wird, ist also spätestens dann als Energieausweis Pflicht.

Neben diesen Regelungen zum Verbraucherschutz ist aber auch bei der Erweiterung, der Änderung oder der Errichtung (Neubau) eines Gebäudes ein Energieausweis auszustellen. So wird sichergestellt, dass neue und veränderte Immobilien direkt eine solche Energiebilanz bekommen, sodass im Fall der Zurverfügungstellung oder des Verkaufs für Leasingnehmer, Pächter, Käufer und Mieter gleichermaßen Informationen zur Verfügung stehen. Zudem nützt der Energieausweis dem Eigentümer als Richtlinie für mögliche Verbesserungen.

Wann wird’s ein Bedarfsausweis, wann ein Verbrauchsausweis?

Der Bedarfsausweis hat den Energiebedarf als Grundlage. Ein solcher Energieausweis wird bei einem Neubau und bei Änderungen von Bestandsgebäuden ausgestellt. Zudem kommt er bei alten Gebäuden (Jahreszahlen s. nächste Frage) zum Einsatz. Dargestellt werden berechnete Werte des Energiebedarfs, welche auf dem Ausweis mit den nach der EnEV zulässigen Werten gegenübergestellt werden. Bei dieser Variante werden auch bauliche Merkmale der Immobilie wie die Gebäudeform, die Gebäudehülle mit Dämmung, Fenster, Türen und Dach sowie die Heizungsanlage bedacht. Somit liefert der Bedarfsausweis mehr Informationen für Verbesserungen, die durch eine Sanierung oder Einzelmaßnahmen vorgenommen werden können, um die Energieeffizienz des Gebäudes zu verbessern.

Der Verbrauchsausweis hat den Energieverbrauch der zurückliegenden Jahre (mindestens drei aufeinander folgende Jahre) als Grundlage. Hier werden also die tatsächlichen Daten des Energieverbrauchs genutzt, um die Energieeffizienz des Gebäudes darzustellen. Dazu werden die Daten witterungsbereinigt, was heißt, dass sie mit dem für den individuellen Standort gültigen Klimafaktor der jeweiligen Jahre multipliziert werden. Anschließend werden die Durchschnittsdaten ermittelt – für Heizung und Warmwasser, heruntergerechnet auf Jahr und Quadratmeter. Der Verbrauchsausweis ist aufgrund des reduzierten Umfangs und Aufwands günstiger und kann leicht online durch vom Eigentümer übermittelte Daten beantragt werden. Jedoch ist er auch aufgrund der individuell unterschiedlichen Energieverbrauchs weniger aussagekräftig.

Ein Energieausweis für welches Baujahr des Hauses?

Hat ein Wohngebäude maximal vier Wohnungen und wurde der entsprechende Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt, dann muss für den Energieausweis der Energiebedarf als Grundlage dienen (Bedarfsausweis). Diese Pflicht entfällt, wenn diese Häuser nach der Fertigstellung bereits die Wärmeschutzverordnung 1977 erfüllt haben oder in der Zwischenzeit energetisch saniert wurden. Dann ist auch ein verbrauchsbasierter Energieausweis (Verbrauchsausweis) möglich; genauso wie bei Immobilien, deren Bauantrag nach dem Stichtag gestellt wurden. Wahlfreiheit zwischen den zwei Ausweismöglichkeiten besteht weiterhin bei Nichtwohngebäuden, unabhängig vom Baujahr.

Wichtig zu beachten ist zudem, dass Wohnhäuser ab dem Baujahr 1966 seit Anfang 2009 einen Energieausweis benötigen, wenn sie verkauft, verpachtet oder vermietet werden sollen. Da das Dokument nur 10 Jahre gültig ist, sollten Sie also als Eigentümer eines solchen Hauses im letzten Jahr, sprich: 2019, einen neuen Energieausweis beantragt haben. Falls nicht, sind wir genau der richtige Ansprechpartner. Benötigen Sie einen neuen Energieausweis, wegen Ungültigkeit des alten Ausweises, wegen Umbau, Ausbau oder Neubau? Dann nehmen Sie direkt Kontakt zu uns auf und wir stellen Ihnen nach Übertragung der nötigen Daten das Dokument aus.

Ausstellungsberechtigte – Wer stellt den Energieausweis aus?

Für einen Energieausweis ausstellungsberechtigt sind verschiedene Personen und Personengruppen. Wichtig ist eine Ausbildung in einer bestimmten Fachrichtung und / oder eine Registrierung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Hier eine Liste mit Anforderungen an Ausstellungsberechtigte:

  • Hochschulabschluss in einem dieser Gebiete: Bauingenieurswesen, Bauphysik, Hochbau, Technische Gebäudeausrüstung, Physik, Maschinenbau, Elektrotechnik
  • Hochschulabschluss in einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung mit einem Schwerpunkt der vorbenannten Bereiche
  • Hochschulabschluss im Gebiet Innenarchitektur
  • Handwerksmeister in den Gebieten Heizungsbau, Installation, Bauhandwerk, Schornsteinfegerwesen
  • Selbstständige Handwerker, die ihr Handwerk ohne Meister-Titel ausführen können
  • Staatliche geprüfte bzw. anerkannte Techniker im Bauingenieurswesen, der Gebäudetechnik oder im Hochbau mit entweder Ausbildungsschwerpunkt bzw. Fortbildung energiesparendes Bauen oder mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in Bau- und Anlagetechnik oder Bauvorlageberechtigung
  • Andere für Wärmeschutz und Energieeinsparung nachweisberechtigte Personen nach Vorschriften der einzelnen Bundesländer

Weiterhin können auch Personen den Energieausweis ausstellen, die vor dem 25. April 2007…

  • beim BAFA als Antragsberechtigte registriert wurden
  • in der Baustoffindustrie bzw. im Baustoffhandel eine Ausbildung abgeschlossen sowie eine erfolgreiche Weiterbildung zum Energiefachberater absolviert bzw. angefangen und nach dem Stichtag abgeschlossen) haben
  • eine Weiterbildung zum Energieberater des Handwerks abgeschlossen (bzw. angefangen und nach dem Stichtag abgeschlossen) haben

Den Energieausweis lesen – Was sagt er aus?

Ein Energieausweis besteht immer aus fünf Seiten, die festgelegte Inhalte, Werte und Hinweise bieten. Mit einem Bedarfsausweis, für den sich der Aussteller oder die Ausstellerin vor Ort einen Eindruck der Immobilie machen konnte, gibt es mehr Möglichkeiten, Hinweise für mehr Energieeffizienz herauszulesen und eine entsprechende Sanierung zu planen. Ein Verbrauchsausweis liefert hingegen meist nur Durchschnittswerte zu Heizung und Warmwasserbereitung. Jedoch folgen beide Energieausweisarten diesem Schema:

  • Seite 1 – Information, nach welcher EnEV-Version der Energieausweis erstellt wurde (2007, 2009, 2014 oder 2016), die Registriernummer, allgemeine Angaben zum Gebäude oder Gebäudeteil wie Baujahr, Baujahr des Wärmeerzeugers, Anzahl der Wohnungen, zu Energieträger der Heizung, Art der Lüftung, Anlass der Ausstellung, etc.
  • Seite 2 – Wird bei einem BEDARFsausweis ausgefüllt, enthält optional eine Angabe zur CO2-Emission, ein Farbspektrum, auf dem mit einem Pfeil und einem Zahlenwert der Energiebedarf aufgezeigt wird, Angaben zum für die Energiebedarfsberechnung verwendete Verfahren, Vergleichswerte der Endenergie auf farbiger Skala mit Vergleichsbauten, EEWärmeG-Angaben, etc.
  • Seite 3 – Wird bei einem VERBRAUCHsausweis ausgefüllt, enthält ein Farbspektrum mit Pfeilen und Werten zum Energieverbrauch sowie den Daten, die für die Berechnung genutzt wurden, Endenergie-Vergleichswerte und Erläuterungen zum Verfahren
  • Seite 4 – Mögliche Empfehlungen des Ausstellers für die kostengünstige Modernisierung (meist bei Bedarfsenergieausweis der Fall, da sich der Aussteller einen Eindruck vom Haus verschaffen konnte)
  • Seite 5 – Erläuterungen zu den Angaben auf den Seiten 1 bis 3

Energieausweis ausstellen lassen – Jetzt Kontakt aufnehmen!

Benötigen Sie einen Energieausweis für eine Bestandsimmobilie, einen Neubau oder nach einem Um- bzw. Ausbau? Dann nehmen Sie jetzt Kontakt zu uns auf! Wir sind Ihr neuer Energieberater mit Kenntnissen im Bauingenieurswesen. Wir kennen uns sowohl bei Energieausweisen als auch hinsichtlich der Energieberatung für Bau und energetische Sanierung, Baubegleitung und weiteren Aufgaben aus. Mit uns beauftragen Sie geschulte und erfahrene Energieberater/innen!

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