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Heizkörper-Arten – Vergleich verschiedener Typen

Veröffentlicht am 20.04.2020

Bei einem Neubau oder der energetischen Sanierung eines Hauses spielen das zu installierende Heizsystem und die Auswahl der Heizkörper eine wichtige Rolle. Doch welcher Typ passt zu welcher Heizung? Welche Heizkörper-Arten wirken durch Strahlung und welche durch Konvektion – und was bedeutet das? Was sind Gliederheizkörper, Röhrenheizkörper und Plattenheizkörper? Was bieten sie im Vergleich und wo liegen die Vorteile von Wand- und Fußbodenheizung? Hier bekommen Sie Antworten auf wichtige sowie häufig gestellte Fragen rund um Heizkörperarten und ihre Funktion.

Was ist ein Heizkörper?

Natürlich kann sich jede/r etwas unter dem Wort „Heizkörper“ vorstellen, auch ohne detaillierte Definition des Begriffs. Jedoch gibt es, wie Sie folgend feststellen werden, zahlreiche Unterschiede. Aber auch grundlegende Gemeinsamkeiten. Deshalb lässt sich, wenn man es genau nehmen will, das Objekt folgendermaßen beschreiben: Ein Heizkörper ist jener Teil einer Heizungsanlage im Gebäude, das die thermische Energie des Heizmediums (bzw. einen Großteil davon) als Wärmetauscher an die Umgebungsluft abgibt. Dies dient dazu, die Raumtemperatur zu erhöhen, um positiv auf die Wohn- und Lebensqualität einzuwirken sowie die Räume im Haus vor Kälte- und anderen Schäden, wie etwa Schimmelbildung, zu schützen.

Heizkörper im Wohngebäude
Heizungsradiator in einem Wohngebäude

Unterschied von Heizkörper-Typen mit Strahlung und Konvektion

Strahlt ein Heizkörper Wärme ab, wird das meist als sehr angenehm empfunden. Zudem beruht das Erwärmen des Wohnraumes dabei nicht auf einem Umwälzen der Luft, sondern passiert, wenn die Wärmestrahlung des Heizkörpers auf Oberflächen und Körper trifft. So wird kein bzw. weniger Staub aufgewirbelt, was besonders für Allergiker/innen ideal ist. Verschiedene Heizkörper-Typen haben unterschiedliche Wirkanteile hinsichtlich Strahlung und Konvektion – diese zeigen wir Ihnen weiter unten im Detail auf.

Konvektoren und andere Heizkörper, die kalte Raumluft per Konvektion aufheizen, sind zwar schnell und wärmen einen Raum auch bei geringer Heizkörpergröße ausreichend auf, sorgen aber auch für eine hohe Luftzirkulation. Durch die wenige bzw. fehlende Wärmestrahlung wird eine Heizung mit Konvektionstechnik selten als angenehm empfunden. Hinzu kommen als Nachteile das Aufwirbeln von Staub und die schwer zugänglichen Lamellen unter der Verkleidung, welche nicht gut gereinigt werden können.

Fußbodenheizung

Durch eine Fußbodenheizung wird quasi der ganze Fußboden eines Raums zum Heizkörper, indem er die Wärme aus den im Boden verlegten Kunststoffrohren abstrahlt. Die Strahlungswärme macht dabei rund 2/3 der abgegebenen Wärme aus, was sich positiv auf das Raumklima auswirkt. Details zu Fußboden-Heizsystemen haben wir Ihnen bereits im Beitrag „Heizsysteme und Heiztechnik im Vergleich“ aufgezeigt. An dieser Stelle sei neben den schon genannten Vorteilen angemerkt, dass bei diesem Typ die Wände eines Raumes frei bleiben, auch unter den Fenstern. Dies sorgt für mehr Freiheit bei der Inneneinrichtung. Nachteile sind die höheren Kosten sowie die Tatsache, das nachträgliche Änderungen nur mit großem Aufwand möglich sind.

Gliederheizkörper

Der Gliederheizkörper ist eine der ältesten Heizkörper-Arten, die heute noch verwendet werden. Von Vorteil ist hier der modulare Aufbau, da einzelne Stahlblech-Glieder in freier Anzahl miteinander verbunden werden können. Je nach Raumgröße und Wärmebedarf können also breitere oder schmalere Versionen des Wärmetauschers installiert werden. Ein weiterer Vorteil ist der im Vergleich gesehen günstige Preis. Der größte Nachteil ist wahrscheinlich, dass hier rund 70 Prozent der Wärmeabgabe über Konvektion realisiert werden. Der Raum wird also warm, das fühlt sich aber nicht so angenehm an und sorgt zudem für aufgewirbelten Staub.

Konvektoren

Konvektoren führen ihre Wirkungsart bereits im Namen. Diese Heizkörper-Art setzt auf Konvektionswärme. Die Rohre in den Heizkörpern, durch die erhitztes Wasser fließt, sind von Lamellen aus Metall – meist Stahlblech, Aluminium oder Kupfer – umgeben. Das sorgt dafür, dass schnell geheizt werden kann und sich ein Raum auch bei Verwendung eines kleinen Heizkörpers in kurzer Zeit aufwärmt. Zur hohen Luftzirkulation, die sich negativ aufs Raumklima auswirken kann, kommen vergleichsweise hohe Kosten für die Anschaffung sowie die schwer zu reinigende Bauart von Konvektoren als Nachteile hinzu.

Plattenheizkörper

Vor allem in Wohnungen und Wohnhäusern ist der Plattenheizkörper der aktuell wohl populärste Heizkörper-Typ. Kleine und große Varianten werden genutzt; es gibt sie zudem in verschiedenen Farben sowie in besonders leichter Bauweise für die sichere Befestigung an der Wand. Plattenheizkörper zeichnen sich durch einen hohen Wirkungsgrad aus, was sie im Verbrauch vergleichsweise sparsam macht – und damit effizienter als andere Heizkörper im Vergleich. Eine Energieeinsparung von 30 Prozent hört sich noch besser an, wenn man die Wirkung per Strahlungswärme von 50 bis 70 Prozent (je nach Bauart) bedenkt. Abhängig ist sie von der Anzahl und Form der Konvektionsbleche. Oft gibt es eine Typenbezeichnung, welche Platten (erste Ziffer) und Bleche (zweite Ziffer) gegenüberstellen – etwa 10, 12, 20, 22, 30, 32 und so weiter.

Röhrenheizkörper

Den Röhrenheizkörper kennen Sie wahrscheinlich aus modernen Badezimmern. Gerade im Bad kommt er nicht selten auch als Trockenhilfe für Handtücher zum Einsatz (nicht immer zu empfehlen) und ist ähnlich dem Gliederheizkörper leicht zu reinigen. Allerdings bringen die Röhren eine weitere, aber nicht so positive Gemeinsamkeit mit: den hohen Anteil an Konvektionswärme von ca. 70 Prozent. Bei dafür ausgelegten Handtuchradiatoren ist darauf zu achten, dass trockene Handtücher vom Heizkörper genommen werden, da sie sonst die Wärmeabgabe hindern und bis zu 30 Prozent einschränken.

Wandheizung

Die Wandheizung ist wie die Fußbodenheizung eine Sonderform, da hier die Kunststoffrohre, durch welche erhitztes Wasser fließt, in der Wand eingelassen sind. Alternativ befinden sie sich hinter Trockenbauplatten. Eine Voraussetzung für diese Art der Raumerwärmung ist eine gute Dämmung der Innenräume und / oder eine gute Fassadendämmung. Hinzu kommt, dass keine (großen) Möbel an die Wand gestellt werden können, da sich sonst die Wärme staut und nicht in den Raum abgegeben wird. Außerdem wird das Anbringen von Bildern, TV-Halterungen, Regalen und ähnlichem an den Wänden erschwert, wenn nicht unmöglich. Der große Vorteil: die Strahlungswärme in vertikaler Form sorgt für einen großen Wohlfühlfaktor.

Beispiel Wandheizung
Beispiel Wandheizung

Sonderform: Radiatoren

Im Hinblick auf Heizkörper verstehen viele das Wort Radiator hauptsächlich in Form von Ölradiatoren. Dabei werden unter dem Begriff „Radiator“ viel mehr Geräte, Bauteile und Körper zusammengefasst, die thermische Energie durch Wärmestrahlung abgeben. Das können auch Rotlichtlampen, Heizstrahler und die Aluminiumkühlkörper auf Computerprozessoren sein. Für die Erwärmung der Raumtemperatur in einem Haus oder einer Wohnung wird der Begriff aber vor allem für Elektroheizungen genutzt. Der allgemein bekannte Ölradiator kommt dabei als Heizkörper der Elektroheizung zum Einsatz, meist in Form eines Rippenheizkörpers. In einigen Wohnungen finden sich auch an der Wand befestigte Heizstrahler, die mit elektrischem Strom betrieben werden.

Historische Heizkörper-Typen und -Formen

Als Erfinder des Heizkörpers gilt Franz San-Galli, der im Jahr 1855 für das heute noch genutzte Konzept der Wärmetauscher im Innenraum sorgte. Der im damaligen Preußen geborene russische Geschäftsmann legte den Grundstein für eine umfangreiche Entwicklung. Einer der ersten Heizkörper-Typen war dabei der Rippenheizkörper aus Grauguss – schwere Heizrohre mit „Rippen“ durch deren vergrößerte Oberfläche die Wärme abgegeben wurde. Das Prinzip findet sich heute noch in Glieder- und Röhrenheizkörpern. Im Laufe der Geschichte gab es überdies Porzellanheizkörper, die bis Anfang der 1960er Jahre in der damaligen DDR hergestellt wurden.

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