In diesem Praxisbeispiel zeigen wir, wie Energy Building einen Hamburger Altbau (Baujahr 1904, 376 m² Wohnfläche, ehemaliges Mehrfamilienhaus) bei einer energetischen Komplettsanierung mit optimaler Förderstrategie begleitet hat. Schritt 1 war eine Energieberatung vor Ort und die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans iSFP in Hamburg. Umgesetzt wurden Kerndämmung der zweischaligen Außenwände (U-Wert 1,20 auf 0,39 W/(m²·K)) und Dreifachverglasung (Fenster U-Wert 2,70 auf 0,95 W/(m²·K)).
Besonderheit: Nur durch die energetische Ertüchtigung der Außenwände mittels Kerndämmung wurden die neuen Fenster BEG-förderfähig. Der Endenergiebedarf sank von 217 auf 145 kWh/m²a (–33 %), die Effizienzklasse von G auf E, der CO₂-Ausstoß von 14 auf 9 t/Jahr. Die Heizkosten sanken von 9.340 auf 6.210 EUR pro Jahr (–3.130 EUR/Jahr). Durch die Kombination von BEG EM BAFA (20 % = 21.400 EUR) und IFB Hamburg (16.200 EUR) wurden 37.600 EUR Gesamtförderung gesichert – bei 107.000 EUR Investition. Eigenkosten: 69.400 EUR.
Projektsteckbrief
| Gebäudetyp | Einfamilienhaus (EFH), 1 Wohneinheit (Umnutzung MFH → EFH) |
| Baujahr | 1904 (Gründerzeit) |
| Wohnfläche gesamt | 376 m² |
| Lage | Hamburg |
| Bisherige Heizungsart | Gasheizung (Baujahr 2020) |
| Auslöser | Umnutzung von MFH zu EFH; Prüfung energetischer Sanierungsmöglichkeiten |
| Durchgeführte Maßnahmen | 1. Kerndämmung Außenwand | 2. Dreifachverglasung (Fenster) |
| Leistungen Energy Building | iSFP · BEG-Antrag (BAFA) · KfW-Baubegleitung |
| Förderprogramme | BEG EM Außenwand + Fenster (BAFA, 20 %) + IFB Hamburg |
| Gesamtförderung | 37.600 EUR |
| Energieklasse vorher / nachher | G → E |
| Projektzeitraum | 2025 |
Herausforderung
Das Gebäude war typisch für seinen Gebäudetyp und seine Entstehungszeit: zweischaliges Mauerwerk ohne Dämmkern, Fenster mit einfacher Verglasung und hohen Wärmeverlusten und ein energetischer Zustand weit unterhalb heutiger Standards. Der Endenergiebedarf lag bei 217 kWh/m²a (Effizienzklasse G), die Heizkosten bei rund 9.340 EUR pro Jahr.
Hinzu kam die Besonderheit der Umnutzung: Das Gebäude sollte von einem Mehrfamilienhaus mit drei Wohneinheiten zu einem Einfamilienhaus umstrukturiert werden – eine strukturelle Veränderung, die baurechtliche und technische Abstimmungen erforderte.
Die zentrale Herausforderung
Die zentralen Fragen lauteten: Welche Maßnahmen bringen den größten energetischen Nutzen? Welche Förderprogramme sind kombinierbar – und unter welchen Voraussetzungen? Und wie lässt sich die Umsetzung so begleiten, dass sich die Bauherr:innen bei Antragstellung, Nachweisführung und Qualitätssicherung sicher fühlen?
Eine besonders wichtige Erkenntnis aus der Analyse: Die Dreifachverglasung ist nur dann über die BEG förderfähig, wenn gleichzeitig die Außenwand energetisch ertüchtigt sind. Ohne die Kerndämmung der Außenwand wären die neuen Fenster nicht förderfähig gewesen.
Unsere Rolle
Als unabhängige Energieberater:innen haben wir das Projekt von der ersten Analyse bis zur abschließenden Dokumentation begleitet. Unsere Aufgabe war es nicht nur, ein technisches Konzept zu entwickeln, sondern die Bauherr:innen aktiv durch den gesamten Prozess zu führen – verständlich, zuverlässig und immer mit Blick auf das Gesamtbild.
Konkret übernahmen wir:
Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) als Grundlage für die BEG-Förderung und den iSFP-Bonus
Technische Fachplanung und Prüfung der Förderfähigkeit aller Maßnahmen
Strukturierung und Antragstellung: BEG EM (BAFA) + IFB Hamburg kombiniert
KfW-Baubegleitung mit Vor-Ort-Qualitätssicherung
Unterstützung bei der gesamten Nachweisführung gegenüber BAFA und IFB
Dabei war uns von Anfang an wichtig: Wir denken nicht nur in Maßnahmen, sondern in Lösungen. Die Kombination aus solider Fachberatung und echtem Engagement für das Projekt hat diese Zusammenarbeit zu etwas gemacht, auf das wir heute noch gerne zurückblicken.
Analyse und Bewertung
Energetische Bestandsaufnahme
Im Rahmen einer Energieberatung vor Ort in Hamburg und der Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) haben wir den Ist-Zustand des Gebäudes detailliert bewertet. Folgende Aspekte standen im Fokus:
Energetischer Zustand der Gebäudehülle – insbesondere der zweischaligen Außenwände mit U-Wert 1,20 W/(m²·K)
Thermische Qualität der Fenster: U-Wert 2,70 W/(m²·K) – erhebliche Wärmeverluste
Heizenergiebedarf: 217 kWh/m²a (Effizienzklasse G), Heizkosten ca. 9.340 EUR/Jahr
CO₂-Ausstoß: 14 t/Jahr
Förderfähigkeit der geplanten Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene
Der entscheidende Förderbefund
Unsere Analyse ergab, dass insbesondere die Kerndämmung der Außenwände sowie der Fenstertausch das größte Kosten-Nutzen-Verhältnis boten – und dass der Standort Hamburg die Einbindung der IFB-Regionalförderung ermöglichte.
Der entscheidende Förderknackpunkt: Die BEG-Förderung für Fenster (BEG EM Fenster) setzt voraus, dass die gesamte Gebäudehülle – insbesondere die angrenzenden Außenwände – energetisch auf einem Mindestniveau ist. Durch die Kerndämmung der zweischaligen Außenwände auf U-Wert 0,39 W/(m²·K) wurde diese Voraussetzung erfüllt. Erst dadurch wurden die neuen Dreifachverglasungsfenster BEG-förderfähig.
Wie wir konkret unterstützt haben
Unsere Begleitung war umfassend und praxisnah:
Entwicklung des energetischen Sanierungskonzepts mit Fokus auf Kerndämmung und Dreifachverglasung sowie Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP)
Technische Prüfung der Förderfähigkeit aller Maßnahmen – insbesondere der Verknüpfung zwischen Außenwand-Ertüchtigung und Fenster-Förderung
Strukturierung und Antragstellung: Kombination aus BAFA-Bundesförderung (BEG EM) und IFB Hamburg (Programm Wärmeschutz im Gebäudebestand)
Abstimmung mit den ausführenden Fachunternehmen auf förderrechtliche Anforderungen
Antragstellung und Nachweisführung für beide Förderprogramme
KfW-Baubegleitung: Qualitätssicherung während der Bauphase durch Vor-Ort-Begehungen
BESONDERHEIT: Die IFB Hamburg muss vor dem BAFA-Antrag beantragt werden. Nur durch die korrekte Reihenfolge der Antragstellung konnten beide Programme erfolgreich kombiniert werden. Energy Building koordinierte diese Abfolge.
Ergebnis für die Eigentümer:innen
Das Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen. Die umgesetzten Maßnahmen haben das Gebäude energetisch auf ein deutlich höheres Niveau gehoben:
Energetische Kennwerte: Vorher / Nachher
| Kennwert | Vorher | Nachher | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Energieeffizienzklasse | G | E | ↑ 2 Klassen |
| Endenergiebedarf (kWh/m²a) | 217 kWh/m²a | 145 kWh/m²a | – 33 % |
| U-Wert Außenwand (W/(m²·K)) | 1,20 W/(m²K) | 0,39 W/(m²K) | – 68 % |
| U-Wert Fenster (W/(m²·K)) | 2,70 W/(m²K) | 0,95 W/(m²K) | – 65 % |
| CO₂-Ausstoß | 14 t/Jahr | 9 t/Jahr | – 36 % |
| Heizkosten / Jahr | 9.340 EUR | 6.210 EUR | – 3.130 EUR/Jahr |
Förderung im Überblick
| Förderprogramm | Satz | Betrag | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| BEG EM Außenwand + Fenster – BAFA | 20 % | 21.400 EUR | 15 % + 5 % iSFP-Bonus, Kerndämmung ermöglicht Fenster-Förderung |
| IFB Hamburg (Wärmeschutz) | Bauteilförderung | 16.200 EUR | Regionalfoerderung HH, Antrag vor BAFA stellen |
| Gesamte Investitionskosten | – | 107.000 EUR | Kerndämmung + Fenster, brutto |
| Gesamte Förderung | 35,1 % | 37.600 EUR | BEG BAFA + IFB Hamburg kombiniert |
| Effektive Eigenkosten | 64,9 % | 69.400 EUR | Nach Abzug aller Zuschuesse |
Was ohne uns passiert wäre
Ohne fachkundige Begleitung wäre das Förderpotenzial dieses Projekts sehr wahrscheinlich nicht vollständig ausgeschöpft worden:
IFB Hamburg nicht beantragt: Die IFB-Regionalförderung ist im Hamburger Altbaubestand wenig bekannt – ohne Beratung wären 16.200 EUR Förderung schlicht nicht beantragt worden
Falsche Antragsreihenfolge: IFB muss vor BAFA beantragt werden. Ein falsch gesetzter erster Antrag hätte die Kombination unmöglich gemacht
Fenster nicht förderfähig: Ohne das Wissen um die Abhängigkeit zwischen Außenwandqualität und Fenster-Förderfähigkeit wäre die Kerndämmung möglicherweise weggelassen worden – mit dem Ergebnis: keine Fensterförderung, 15 % weniger BEG-Förderung
Kein iSFP-Bonus: Ohne Sanierungsfahrplan wäre der 5 %-Bonus entfallen – ca. 5.350 EUR weniger Förderung
Falscher Antragszeitpunkt: Der BEG-Antrag muss vor Auftragserteilung gestellt werden. Ohne Kenntnis dieser Pflicht wäre der gesamte Förderanspruch verloren gegangen
Der finanzielle Unterschied: bis zu 37.600 EUR nicht abgerufene Förderung – und ein Hamburger Altbau mit weiterhin schlechter Energieklasse G statt dem erreichten E.
Fazit
Dieses Hamburger Praxisbeispiel zeigt: Energetische Sanierung ist mehr als das Auswählen von Maßnahmen. Der eigentliche Mehrwert der Beratung liegt in der Verbindung zwischen technischer Analyse, Förderkenntnis und strategischer Antragstellung.
Die richtige Reihenfolge – erst Außenwand, dann Fenster; erst IFB, dann BAFA – machte den Unterschied zwischen 37.600 EUR Förderung und einem Projekt, das deutlich mehr als nötig gekostet hätte. Das Gebäude ist jetzt energetisch auf Klasse E, der Endenergiebedarf um 33 % gesunken, die Heizkosten dauerhaft um 3.130 EUR pro Jahr reduziert
Häufige Fragen zur energetischen Sanierung Hamburger Altbauten
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Ja, aber mit einer wichtigen Bedingung. Die BEG EM Fenster setzt voraus, dass die Gebäudehülle – insbesondere die angrenzenden Außenwände – ein Mindestqualitätsniveau erfüllt. In diesem Hamburger Praxisbeispiel wurde durch die Kerndämmung der Außenwände (U-Wert 1,20 auf 0,39 W/(m²·K)) die Voraussetzung für die Fensterförderung geschaffen. Ohne die Kerndämmung wären die neuen Dreifachverglasungsfenster nicht BEG-förderfähig gewesen.
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Die Kerndämmung wird im Rahmen der BEG EM Außenwand durch das BAFA gefördert. Grundfördersatz: 15 %. Mit einem vorliegenden individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP): +5 % iSFP-Bonus = 20 %. Voraussetzung: U-Wert der Außenwand nach Maßnahme ≤ 0,20 W/(m²·K). Zusätzlich kann die IFB Hamburg (Programm Wärmeschutz im Gebäudebestand) kombiniert werden – Antrag muss vor dem BAFA-Antrag gestellt werden. Im Hamburger Praxisbeispiel: 20 % BEG + IFB = 37.600 EUR Gesamtförderung.
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Der iSFP-Bonus ist ein zusätzlicher Fördersatz von 5 %, den das BAFA gewährt, wenn zum Zeitpunkt der Antragstellung ein gültiger individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vorliegt und die beantragte Maßnahme darin enthalten ist. Bei Hamburger Altbauten, die oft mehrere Sanierungsschritte brauchen, ist ein iSFP besonders wertvoll: Er dokumentiert die optimale Maßnahmenreihenfolge, sichert für jede Maßnahme den 5 %-Bonus und ist Voraussetzung für eine strukturierte Gesamtsanierung.
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Zweischaliges Mauerwerk besteht aus zwei Schichten Mauerwerk mit einem Hohlraum dazwischen. Diese Bauweise ist in Hamburg und Norddeutschland typisch für Gründerzeitgebäude (1880er–1920er) und Häuser der 1950er bis 1980er Jahre. Der Hohlraum lässt sich durch kleine Bohrlöcher mit Einblasdämmstoff verfüllen – das ist die Kerndämmung. Sie verbessert den U-Wert erheblich, ohne die Fassadenoptik zu verändern. In diesem Hamburger Praxisbeispiel: U-Wert von 1,20 auf 0,39 W/(m²·K).
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Ja, die Kombination ist grundsätzlich möglich – aber die Reihenfolge ist entscheidend. Der IFB-Antrag (Hamburg) muss vor dem BAFA-Antrag gestellt werden. Wer diese Reihenfolge vertauscht, verliert die IFB-Förderung. Die Gesamtfördersumme darf die Investitionskosten nicht übersteigen. In diesem Hamburger Praxisbeispiel: 21.400 EUR BEG (BAFA) + 16.200 EUR IFB = 37.600 EUR – 35,1 % der Investitionskosten von 107.000 EUR.