iSFP für Mehrfamilienhaus in Berlin: 53.000 EUR BEG-Förderpotenzial aufgedeckt – förderfähige Kosten durch Sanierungsfahrplan verdoppelt

Energieberatung vor Ort für die erstellung eines isfp für ein MFH in berlin

In diesem Praxisbeispiel zeigen wir, wie Energy Building mit einer Energieberatung in Berlin für ein Mehrfamilienhaus (Baujahr 1910, ca. 4 Wohneinheiten, 290 m², Energieeffizienzklasse F, 179 kWh/m²a, Heizkosten 6.230 EUR/Jahr) einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt hat. Auslöser waren geplante Instandhaltungsmaßnahmen an Dach und Putz. Der iSFP hat gezeigt: Dachdämmung (Priorität 1, bis 24.000 EUR BEG-Potenzial) und Außenwanddämmung (Priorität 2, bis 24.000 EUR) lassen sich optimal mit der Instandhaltung kombinieren. Gesamtförderpotenzial für alle Maßnahmen: 53.000 EUR.

Der entscheidende Mehrwert des iSFP in diesem Berliner Projekt: Durch den Sanierungsfahrplan verdoppelten sich die förderfähigen Kosten von 120.000 EUR auf 240.000 EUR – dazu kommen 5 % Mehrförderung (iSFP-Bonus) und bis zu 5.000 EUR Baubegleitungsförderung. Nach Umsetzung aller Maßnahmen ist Klasse D mit einem Endenergiebedarf von ca. 118 kWh/m²a und einer Heizkosteneinsparung von 2.116 EUR pro Jahr zu erwarten. Die Energieberatung selbst wurde mit 850 EUR BAFA-Förderung bezuschusst.

Projektsteckbrief

GebäudetypMehrfamilienhaus (MFH), ca. 4 Wohneinheiten
Baujahr1910 (Berliner Gründerzeit)
Wohnfläche gesamt290 m²
LageBerlin
Bisherige HeizungsartGasheizung (kein Handlungsbedarf)
Energieeffizienzklasse (Ist)F
Endenergiebedarf (Ist)179 kWh/m²a
Primärenergiebedarf (Ist)206 kWh/m²a
CO₂-Ausstoß (Ist)31 kg/m²a
Heizkosten (Ist)6.230 EUR/Jahr
U-Wert Außenwand (Ist)1,40 W/(m²·K)
U-Wert Dach / OG-Decke (Ist)0,38 W/(m²·K)
AuslöserInstandhaltung Dach + Putz – energetische Optimierung mitgeplant
Leistung Energy BuildingEnergieberatung vor Ort + iSFP (BAFA-gefördert)
iSFP-Förderung BAFA850 EUR (50 % und max. 850 EUR für MFH )
Gesamtförderpotenzial53.000 EUR (alle Maßnahmen)
Effizienzklasse nach allen MaßnahmenD (von F)
Heizkosteneinsparung p.a.– 2.116 EUR/Jahr

Herausforderung 

Das Berliner Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1910 befindet sich in der Energieeffizienzklasse F – mit einem Endenergiebedarf von 179 kWh/m²a und Heizkosten von 6.230 EUR pro Jahr. Das Gebäude verliert Wärme vor allem über die Außenwände (U-Wert 1,40 W/(m²·K)) und das Dach (U-Wert 0,38 W/(m²·K)).

Der Auslöser – Instandhaltung als Einstieg

Der konkrete Auslöser war kein energetischer Notstand, sondern eine ohnehin fällige Instandhaltungsmaßnahme: Das Dach und der Putz der Außenwände mussten erneuert werden. Die Eigentümer:innen standen vor der Frage, ob diese Arbeiten als reine Instandhaltung umgesetzt werden sollten – oder ob sich die Gelegenheit nutzen ließe, gleichzeitig energetisch zu sanieren und staatliche Förderung abzurufen.

Die Ausgangslage im Detail

  • Energieeffizienzklasse F – 179 kWh/m²a Endenergiebedarf

  • CO₂-Ausstoß: 31 kg/m²a

  • Heizkosten: 6.230 EUR/Jahr

  • U-Wert Außenwand 1,40 W/(m²·K) – deutlich über BEG-Zielwert von ≤ 0,20 W/(m²·K)

  • U-Wert Dach / OG-Decke 0,38 W/(m²·K) – über BEG-Zielwert von ≤ 0,14 W/(m²·K)

  • Gasheizung ohne akuten Handlungsbedarf – kein Heizungstausch in den nächsten Jahren notwendig

Unsere Rolle

Energy Building wurde beauftragt, einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) zu erstellen – mit dem Ziel, die geplante Instandhaltung energetisch aufzuwerten und die maximal mögliche Bundesförderung zu strukturieren.

Als BAFA-zugelassene Energieberater:innen führten wir die Vor-Ort-Beratung durch und erstellten den iSFP nach BAFA-Standard. Die Beratungsleistung wurde mit dem Maximalbetrag von 850 EUR (für Mehrfamilienhäuser ab 3 Wohneinheiten) durch das BAFA gefördert.

Der entscheidende Mehrwert des iSFP in diesem Fall lag nicht nur in der Maßnahmenreihenfolge – sondern vor allem im Förderhebel: Ohne iSFP sind die förderfähigen Kosten pro Wohneinheit auf 30.000 EUR begrenzt. Mit iSFP verdoppelt sich dieser Betrag auf 60.000 EUR je WE. Bei 4 Wohneinheiten bedeutet das: die förderfähigen Kosten von 120.000 EUR steigen auf 240.000 EUR – das ist der entscheidende Unterschied für das Gesamtförderpotenzial dieses Projekts.

Analyse und Bewertung

Energetische Bestandsaufnahme

Im Rahmen der Vor-Ort-Beratung haben wir das Gebäude vollständig analysiert. Die wichtigsten Befunde:

  • Außenwand U-Wert 1,40 W/(m²·K): erhebliches Dämmdefizit – BEG-Zielwert ≤ 0,20 W/(m²·K), d.h. Verbesserung um 86 % möglich

  • Dach / OG-Decke U-Wert 0,38 W/(m²·K): bereits besser als die Außenwand, aber noch deutlich über dem BEG-Zielwert von ≤ 0,14 W/(m²·K)

  • Gasheizung: kein akuter Handlungsbedarf – strategisch in 10–15 Jahren auf Wärmepumpe wechseln

  • Energieausweis lag vor – Klasse F bestätigt den Handlungsbedarf an der Gebäudehülle

Der iSFP-Förderhebel: Verdopplung der förderfähigen Kosten

Das wichtigste Ergebnis des iSFP ist nicht nur die Maßnahmenreihenfolge – sondern die Veränderung der Förderbasis:

  • OHNE iSFP: förderfähige Kosten max. 30.000 EUR je WE × 4 WE = 120.000 EUR gesamt

  • MIT iSFP:  förderfähige Kosten max. 60.000 EUR je WE × 4 WE = 240.000 EUR gesamt

  • DIFFERENZ: + 120.000 EUR förderfähige Kostenbasis → bei 20 % BEG-Fördersatz (durch iSFP-Bonus) = 24.000 EUR mehr Förderung!

  • ZUSATZ:    + 5 % iSFP-Bonus auf alle Maßnahmen → höherer Fördersatz für Dach + AW

  • ZUSATZ:    + bis 5.000 EUR Baubegleitungsförderung (KfW-Zuschuss EEE)

aufnahme-des-ist-zustandes-vor-ort-am-mehrfamilienhaus-in-berlin
Aufnahme des Ist-Zustands vor Ort
Sie wünschen eine Energieberatung für Ihr Objekt?
Energieberatung anfragen

Maßnahmenreihenfolge laut iSFP

Mit dem iSFP haben wir eine klare Prioritätenfolge entwickelt:

  • Priorität 1 – Dachdämmung (Aufsparren): Kombination mit der ohnehin geplanten Dach-Instandhaltung. BEG-Förderpotenzial bis 24.000 EUR. Umsetzung: kurzfristig

  • Priorität 2 – Außenwanddämmung / Kerndämmung: Kombination mit der ohnehin geplanten Putzarbeit. BEG-Förderpotenzial bis 24.000 EUR. Umsetzung: zeitnah nach Dach

  • Priorität 3 – Fenstertausch: erst nach Außenwandsanierung, da BEG-Förderfähigkeit der Fenster von der Qualität der Außenwand abhängt

  • Langfristig – Heizungsaustausch auf Wärmepumpe: kein akuter Bedarf, strategisch planen 

Nach Umsetzung aller iSFP-Maßnahmen: Effizienzklasse D, Endenergiebedarf ca. 118 kWh/m²a (–60,8 kWh/m²a), Heizkosteneinsparung 2.116 EUR pro Jahr.

Wie wir konkret unterstützt haben

  • Vor-Ort-Beratung: vollständige energetische Aufnahme des Berliner MFH – Gebäudehülle, Heizsystem, Ausgangskennwerte

  • Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) nach BAFA-Standard – Grundlage für iSFP-Bonus, verdoppelte Förderobergrenzen und alle künftigen BEG-Anträge

  • Beratung zur Förderstrategie: Erklärung der förderfähigen Kostenverdopplung durch iSFP und des 5 %-Bonus

  • Empfehlung zur Maßnahmenreihenfolge: Dach zuerst (Synergieeffekt mit Instandhaltung), dann Außenwand, bzw. Fassade, dann Fenster

  • Information zur KfW-Baubegleitungsförderung: 50 % auf Planungskosten, bis 5.000 EUR – verfügbar für alle nachfolgenden BEG-Maßnahmen

  • Abwicklung des BAFA-Förderantrags für die Energieberatung selbst: 850 EUR Zuschuss erhalten

iSFP-Empfehlungen: Maßnahmen und Förderpotenzial

Empfohlene Maßnahme Förderprogramm Förderpotenzial Priorität / Hinweis
Dachdämmung (Aufsparren)BEG EM Dach, BAFA bis 20 %bis 24.000 EURPriorität 1 – Synergie mit Dach-Instandhaltung
Außenwanddämmung / KerndämmungBEG EM Außenwand, BAFA bis 20 %bis 24.000 EURPriorität 2 – Synergie mit Putz-Instandhaltung
Fenstertausch (Dreifachverglasung)BEG EM Fenster, BAFA bis 20 %bis 20 % der InvestitionPriorität 3 – erst nach AW-Sanierung
Heizungsaustausch (z.B. Wärmepumpe)BEG EM Heizung, BAFA bis 55 %bis 55 % der InvestitionLangfristig – aktuell kein Handlungsbedarf
KfW-BaubegleitungKfW-Zuschuss EEE, 50 %bis 5.000 EURFür alle BEG-Maßnahmen – 50 % auf Planungskosten
Gesamtpotenzial (alle Maßnahmen)BEG BAFA53.000 EURGesamtinvestition: 250.000 EUR

Hinweis: Die angegebenen Sätze sind die höchstmöglichen BEG-Förderspitzen (15 % Basis + 5 % iSFP-Bonus). Die tatsächliche Förderhöhe in EUR ergibt sich aus den förderfähigen Kosten im konkreten Angebot. Förderobergrenze mit iSFP: 60.000 EUR je Wohneinheit (ohne iSFP: 30.000 EUR je WE).

Ergebnis für die Eigentümer:innen

Die Eigentümer:innen des Berliner MFH verfügen jetzt über eine klare, strategisch fundierte Sanierungsplanung:

  • Vollständiger individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) – 10 Jahre gültig, Grundlage für alle künftigen BEG-Anträge

  • Förderfähige Kostenbasis verdoppelt: von 120.000 EUR auf 240.000 EUR durch iSFP

  • Sofortiges BEG-Förderpotenzial für Dach + Außenwand: 48.000 EUR (Priorität 1+2)

  • Gesamtförderpotenzial aller Maßnahmen: 53.000 EUR + bis 5.000 EUR Baubegleitung

  • 5 % iSFP-Bonus auf alle BEG-Fördersätze gesichert – für alle Maßnahmen innerhalb der 10-jährigen Gültigkeitsdauer

  • Klare Maßnahmenreihenfolge: Dach → Außenwand → Fenster → Heizung (langfristig)

  • Instandhaltung und energetische Sanierung optimal kombiniert – keine Doppelkosten

  • 850 EUR BAFA-Förderung für die Energieberatung selbst gesichert

  • Erwartete Effizienzklasse nach allen Maßnahmen: D – Heizkosteneinsparung 2.116 EUR/Jahr 

Was ohne uns passiert wäre

Ohne einen professionellen Sanierungsfahrplan hätte das Projekt deutlich weniger Fördervolumen und höhere Netto-Investitionskosten:

  • Förderfähige Kosten nicht verdoppelt: Ohne iSFP gilt pro WE eine Förderobergrenze von 30.000 EUR statt 60.000 EUR. Bei 4 WE: 120.000 statt 240.000 EUR förderfähige Kostenbasis – das entspricht bei 20 % BEG-Satz 24.000 EUR weniger Förderung

  • Kein iSFP-Bonus: Ohne Sanierungsfahrplan entfällt der 5 %-Aufschlag auf alle BEG-Fördersätze. Bei 240.000 EUR förderfähigen Kosten: 12.000 EUR weniger Förderung

  • Keine Baubegleitungsförderung: Der KfW-Zuschuss für die Baubegleitung (50 %, bis 5.000 EUR) setzt einen zugelassenen EEE (Energieeffizienzexperte) als Baubegleiter voraus – ohne iSFP und Beratung wäre dieser Zuschuss nicht bekannt und nicht beantragt worden

  • Falsche Maßnahmenreihenfolge: Fenster vor Außenwand wäre ohne iSFP eine naheliegende Entscheidung – hätte aber Kondensationsprobleme riskiert und die BEG-Förderfähigkeit der Fenster gefährdet

  • Falscher Antragszeitpunkt: BEG-Anträge müssen vor Auftragserteilung gestellt werden. Ohne Beratung wäre dieser Zeitpunkt regelmäßig verpasst worden

Der finanzielle Unterschied: bis zu 41.000 EUR weniger Förderung (24.000 EUR aus Kostendeckel + 12.000 EUR iSFP-Bonus + 5.000 EUR Baubegleitung) – und eine Sanierung ohne strategischen Plan für die nächsten Jahre.

Fazit zur Energieberatung

Dieses Berliner Praxisbeispiel zeigt, was ein individueller Sanierungsfahrplan für ein Mehrfamilienhaus konkret leistet: Er macht aus einer Instandhaltungsmaßnahme eine strategisch geplante, optimal geförderte Sanierung – und verdoppelt dabei die förderfähige Kostenbasis. 

Das wichtigste Ergebnis: 53.000 EUR Gesamtförderpotenzial, verdoppelte Förderbasis, 5 % Mehrförderung und 5.000 EUR Baubegleitungsförderung – alles nur, weil vor der ersten Maßnahme ein iSFP erstellt wurde. Dazu eine klare Maßnahmenreihenfolge für die nächsten Jahre und 850 EUR BAFA-Förderung für die Beratung selbst.

Ihre GdWE möchte sich auch beraten lassen?
Vor-Ort-Beratung anfragen

Häufige Fragen zum iSFP für Mehrfamilienhäuser in Berlin

Die BEG-Förderung (BAFA) hat eine Förderobergrenze je Wohneinheit: Ohne iSFP sind es 30.000 EUR förderfähige Kosten je Wohneinheit, mit iSFP 60.000 EUR. Für ein Berliner MFH mit 4 Wohneinheiten bedeutet das: 240.000 EUR statt 120.000 EUR förderfähige Kostenbasis. Bei einem BEG-Fördersatz von 20 % ergibt das 48.000 EUR statt 24.000 EUR allein für Dach und Außenwand. Der iSFP ist also nicht nur eine Planungshilfe, sondern ein direkter Förderhebel.

Der iSFP-Bonus ist ein zusätzlicher Fördersatz von +5 %, den das BAFA gewährt, wenn zum Antragszeitpunkt ein gültiger individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vorliegt und die beantragte Maßnahme darin enthalten ist. Bei der BEG EM Außenwand z.B.: 15 % Grundförderung + 5 % iSFP-Bonus = 20 %. Bei 240.000 EUR förderfähigen Kosten entspricht der 5 %-Bonus ca. 12.000 EUR Mehrförderung. Der iSFP gilt 10 Jahre – der Bonus greift für jede darin enthaltene Maßnahme, die innerhalb dieser Zeit beantragt wird.

Die Kosten für Vor-Ort-Beratung und iSFP variieren je nach Gebäudegröße und Beratungsaufwand. Das BAFA fördert die Energieberatung mit 50 % des förderfähigen Honorars und max. 850 EUR – für Wohngebäude mit mehr als 3 Wohneinheiten. In diesem Berliner Praxisbeispiel: 850 EUR BAFA-Förderung für die gesamte Energieberatung und iSFP. Der iSFP ist 10 Jahre gültig und bildet die Grundlage für alle BEG-Förderanträge in diesem Zeitraum.

Ja – und das ist sogar die wirtschaftlich klügste Herangehensweise. Wenn eine Dachsanierung oder Putzarbeiten ohnehin geplant sind, entstehen durch die gleichzeitige energetische Ertüchtigung (Dachdämmung, Außenwanddämmung) nur Mehrkosten für die Dämmung selbst – Gerüst, Handwerk und Planung werden einmal bezahlt. Diese Mehrkosten sind BEG-förderfähig. Im Berliner MFH: Die geplante Dach- und Putzinstandhaltung wird zur geförderten Sanierung mit bis zu 48.000 EUR BEG-Förderpotenzial.

Der iSFP ist 10 Jahre gültig ab Ausstellungsdatum. Es besteht keine Pflicht, alle empfohlenen Maßnahmen umzusetzen. Für jede BEG-Maßnahme, die im iSFP enthalten ist und innerhalb der Gültigkeitsdauer beantragt wird, erhält man den iSFP-Bonus (+5 %) und die verdoppelten Förderobergrenzen. Im Berliner MFH: Priorität 1 (Dach) und 2 (Außenwand) können sofort umgesetzt werden – Heizung und Fenster folgen, wenn es sinnvoll ist, ohne den Bonus zu verlieren.

Kontaktformular Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

Ich habe die Datenschutzrichtlinien gelesen und erkläre mich damit einverstanden.

Vielen Dank für Ihre Anfrage
© 2026 Energy Building Goldbeck & Giesing GmbH