In diesem Praxisbeispiel zeigen wir, wie Energy Building für ein Zweifamilienhaus (Baujahr 1961, 2 Wohneinheiten, 260 m² Wohnfläche) eine Energieberatung in Hamburg und eine energetische Komplettsanierung mit unserer Baubegleitung realisiert hat. Saniert wurden Dach (Aufsparrendämmung), Außenwand (16 cm WDVS), Fenster und Haustür (Dreifachverglasung) sowie die Heizung – der Umstieg von einer Ölheizung (Baujahr 1998) auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 4,6). Der Endenergiebedarf sank von 273 auf 19 kWh/m²a (−93 %), die Energieeffizienzklasse verbesserte sich von H auf A – eine Verbesserung um 7 Klassen. Auslöser war eine ohnehin geplante Komplettsanierung und Umnutzung des Hauses. Durch die Kombination von BEG EM Heizung (KfW, 55 %, 24.750 EUR), BEG EM Dach, Fenster und Außenwand (BAFA, 20 % inkl. iSFP-Bonus, 48.000 EUR) sowie IFB Hamburg Wärmeschutz (15.600 EUR) wurde eine Gesamtförderung von 88.350 EUR bei 310.000 EUR Investition erreicht.
Projektsteckbrief
| Gebäudetyp | Zweifamilienhaus (2 Wohneinheiten) |
| Baujahr | 1961 |
| Wohnfläche gesamt | 260 m² |
| Lage | Hamburg |
| Ausgangszustand | Kein Energieausweis vorhanden; Dach und Außenwand ungedämmt |
| Bisherige Heizung | Ölheizung (Baujahr 1998) |
| Auslöser | Komplettsanierung und Umnutzung des Hauses |
| Durchgeführte Maßnahmen | Dachsanierung (Aufsparrendämmung) · Außenwanddämmung (16 cm WDVS) · Fenster-/Haustürtausch (Dreifachverglasung) · Heizungssanierung (Wärmepumpe) |
| Leistungen Energy Building | iSFP · BEG-Anträge (BAFA + KfW) · IFB-Förderstrategie · Baubegleitung |
| Förderprogramme | BEG EM Heizung (KfW) + BEG EM Dach/Fenster/Außenwand (BAFA) + IFB Hamburg Wärmeschutz |
| Gesamtförderung | 88.350 EUR |
| Energieklasse vorher / nachher | H → A |
| Projektzeitraum | 2025 |
Herausforderung
Die Eigentümer:innen des Zweifamilienhauses standen vor einer grundsätzlichen Entscheidung: Da das Haus ohnehin komplett saniert und umgenutzt werden sollte, stellte sich die Frage, wie sich die energetische Sanierung von Dach, Fassade, Fenstern und Heizung technisch sinnvoll und förderrechtlich optimal bündeln lässt. Ohne Energieausweis war zunächst auch unklar, wie schlecht der energetische Ist-Zustand tatsächlich war.
Die energetische Ausgangslage
Dach und Außenwand vollständig ungedämmt
Ölheizung aus dem Jahr 1998 – technisch veraltet und ineffizient
Endenergiebedarf von 273 kWh/m²a – Effizienzklasse H, das schlechteste Klassenband
Kein bestehender Energieausweis als Ausgangsbasis
Die strategische Frage
Die zentrale Herausforderung: Wie lassen sich vier Einzelmaßnahmen (Dach, Fassade, Fenster/Haustür, Heizung) so kombinieren und terminlich staffeln, dass alle verfügbaren Förderprogramme – BEG EM Heizung über die KfW, BEG EM Gebäudehülle über das BAFA und die regionale IFB-Hamburg-Förderung – gleichzeitig ausgeschöpft werden, ohne dass sich die Programme gegenseitig ausschließen oder Fristen verpasst werden?
Unsere Rolle
Energy Building wurde beauftragt, die Komplettsanierung energetisch zu bewerten und die Förderstrategie über alle vier Maßnahmen hinweg zu entwickeln. Wir übernahmen eine Ist-Analyse vor Ort, die Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), die Baubegleitung und die Förderanträge für BEG EM Dach, Außenwand, Fenster und Haustür beim BAFA sowie den Antrag für BEG EM Heizung bei der KfW, die Koordination der IFB-Hamburg-Förderung und die durchgehende Baubegleitung inklusive Ortsterminen und Vermerken.
Analyse und Bewertung
Energetische Bestandsaufnahme
Im Rahmen der Energieberatung vor Ort in Hamburg wurde der energetische Ist-Zustand des Zweifamilienhauses systematisch erfasst:
U-Wert Außenwand: 1,6 W/(m²K) – deutlich über dem BEG-Zielwert
U-Wert Dach: 1,4 W/(m²K) – ungedämmt
U-Wert Fenster: 4,2 W/(m²K) – einfache/alte Verglasung
Endenergiebedarf: 273 kWh/m²a (Effizienzklasse H)
CO₂-Ausstoß: ca. 22 t/Jahr
Jahresheizkosten: ca. 8.213 EUR
Technische und fördertechnische Bewertung
Unsere fachliche Prüfung ergab, dass sich die vier Maßnahmen technisch sinnvoll bündeln lassen: Aufsparrendämmung am Dach, 16 cm WDVS an der Fassade, dreifachverglaste Fenster und Haustür sowie der Umstieg auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe als zentrales Heizsystem. Fördertechnisch zeigte sich eine Besonderheit: Die Heizungsförderung läuft über die KfW, die Förderung der Gebäudehülle (Dach, Außenwand, Fenster, Haustür) über das BAFA – beide Programme lassen sich kombinieren, mussten aber unabhängig voneinander und mit eigener Fristenlogik beantragt werden. Zusätzlich wurde die IFB Hamburg Wärmeschutzförderung als ergänzende Landesförderung identifiziert. Da die förderfähigen Gewerke nicht alle im selben Jahr abgeschlossen werden konnten, wurde die BAFA-Antragstellung auf die Jahre 2025 und 2026 aufgeteilt.
Wie wir konkret unterstützt haben
Energieberatung vor Ort, inkl. Aufnahme des Ist-Zustands
Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) für alle vier Maßnahmen – Grundlage für den 5 %-Bonus auf die Gebäudehüllen-Förderung
Förderantrag BEG EM Heizung bei der KfW für die Luft-Wasser-Wärmepumpe
Förderanträge BEG EM Dach, Außenwand und Fenster/Haustür beim BAFA, aufgeteilt auf die Antragsjahre 2025 und 2026
Koordination der zusätzlichen IFB Hamburg Wärmeschutzförderung
Durchgehende Baubegleitung mit Ortsterminen und Vermerken über alle Gewerke
Nachweisführung gegenüber KfW, BAFA und IFB Hamburg
Ist-Zustand und Sanierungskonzept – Ergebnis für die Eigentümer:innen
Ergebnis für die Eigentümer:innen
Aus einem energetisch schlecht bewerteten Zweifamilienhaus (Effizienzklasse H) wurde ein Effizienzhaus der Klasse A. Die Eigentümer:innen profitieren von messbaren Verbesserungen über alle Gewerke hinweg:
Energetische Kennwerte: Vorher / Nachher
| Kennwert | Vorher | Nachher | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Energieeffizienzklasse | H | A | 7 Klassen besser |
| Endenergiebedarf (kWh/m²a) | 273 kWh/m²a | 19 kWh/m²a | – 93 % |
| U-Wert Außenwand (W/(m²·K)) | 1,6 W/(m²K) | 0,2 W/(m²K) | – 88 % |
| U-Wert Dach (W/(m²·K)) | 1,4 W/(m²K) | 0,14 W/(m²K) | – 90 % |
| U-Wert Fenster (W/(m²·K)) | 4,2 W/(m²K) | 0,85 W/(m²K) | – 80 % |
| CO₂-Ausstoß | ca. 22 t/Jahr | ca. 1,1 t/Jahr | – 95 % |
| Heizsystem | Ölheizung (1998) | Luft-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 4,6) | Systemwechsel |
| Heizkosten / Jahr | ca. 8.213 € | ca. 1.800 € | – 6.413 €/Jahr |
Förderung im Überblick
| Förderprogramm | Fördersatz | Förderbetrag | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| BEG EM Heizung – KfW | 55 % | 24.750 € | Wärmepumpe, inkl. Geschwindigkeits- u. Effizienzbonus |
| IFB Hamburg Wärmeschutz | Bauteilzuschuss | 15.600 € | Regionalförderung HH, ergänzend zur Gebäudehülle |
| BEG EM Dach/Fenster/Außenwand – BAFA | 20 % (15 %+5 % iSFP) | 48.000 € | Antragstellung aufgeteilt auf 2025 und 2026 |
| Gesamte Investitionskosten | – | 310.000 € | Dach, Fassade, Fenster, Haustür, Heizung, brutto |
| Gesamte Förderung | 28,5 % | 88.350 € | KfW + BAFA + IFB Hamburg kombiniert |
| Effektive Eigenkosten | 71,5 % | 221.650 € | Nach Abzug aller Zuschüsse |
Was ohne professionelle Energieberatung passiert wäre
Ohne fachliche Begleitung hätten die Eigentümer:innen die vier Maßnahmen vermutlich unabhängig voneinander umgesetzt – mit spürbaren finanziellen Nachteilen:
Getrennte Beantragung ohne Förderstrategie: Ohne Kenntnis der Programmlogik wäre unklar gewesen, dass Heizung (KfW) und Gebäudehülle (BAFA) getrennt, aber kombinierbar sind
Kein iSFP-Bonus: Ohne individuellen Sanierungsfahrplan entfällt der 5 %-Bonus auf die BEG-Förderung der Gebäudehülle – ein Verlust von rund 12.000 EUR
IFB Hamburg übersehen: Die regionale Wärmeschutzförderung ist bei Eigentümer:innen wenig bekannt – ohne Beratung wären 15.600 EUR nicht beantragt worden
Kein BAFA-Antrag ohne Energieeffizienz-Experten: Für BEG-EM-Anträge beim BAFA ist ein zugelassener Energieeffizienz-Experte (EEE) zwingend vorgeschrieben – ohne diesen wäre keiner der Anträge gültig gewesen
Falsche Reihenfolge oder falsches Timing: Bei vier Einzelmaßnahmen über zwei Antragsjahre hinweg hätte eine falsche Antragsreihenfolge zum Verlust einzelner Zuschüsse führen können
Der finanzielle Unterschied: bis zu 27.600 EUR weniger Förderung (iSFP-Bonus ca. 12.000 EUR + IFB Hamburg 15.600 EUR) – bei einer Investition dieser Größenordnung ein erheblicher Unterschied in der Wirtschaftlichkeit.
Fazit zur Energieberatung
Dieses Praxisbeispiel zeigt: Eine energetische Komplettsanierung lohnt sich besonders dann, wenn ohnehin eine umfassende Modernisierung ansteht. Wer Dach, Fassade, Fenster und Heizung einzeln und unkoordiniert saniert, verschenkt Fördermittel und riskiert eine unwirtschaftliche Reihenfolge der Maßnahmen.
Durch die koordinierte Kombination von BEG EM Heizung (KfW), BEG EM Gebäudehülle (BAFA) und IFB Hamburg wurden 88.350 EUR Förderung gesichert – bei einer Investition von 310.000 EUR. Aus einem Effizienzhaus der Klasse H wurde ein Effizienzhaus der Klasse A.
Häufige Fragen zur energetischen Komplettsanierung
-
Die Heizungsförderung BEG EM wird über die KfW abgewickelt. Die Grundförderung beträgt 30 %. Wird eine funktionstüchtige Heizung ersetzt, die älter als 20 Jahre ist, kommt ein Geschwindigkeitsbonus von 20 % hinzu; für bestimmte Wärmepumpentypen ist zusätzlich ein Effizienzbonus von 5 % möglich. In diesem Hamburger Praxisbeispiel ergab das 55 % Förderung, entsprechend 24.750 EUR bei der Ablösung der 1998 installierten Ölheizung.
-
Ja. Seit der BEG-Reform läuft die Heizungsförderung über die KfW, während Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle – Dach, Außenwand, Fenster – weiterhin über das BAFA beantragt werden. Beide Programme lassen sich unabhängig voneinander kombinieren, benötigen aber jeweils einen eigenen, fristgerecht gestellten Antrag.
-
Die IFB Hamburg Wärmeschutzförderung ist eine regionale Zusatzförderung, die ergänzend zur Bundesförderung (BEG) genutzt werden kann, sofern das Objekt in Hamburg liegt. In diesem Praxisbeispiel kamen so zusätzliche 15.600 EUR zur BEG-Förderung hinzu.
-
Ja, insbesondere wenn ohnehin eine umfassende Modernisierung geplant ist. Eine gebündelte Sanierung von Dach, Fassade, Fenstern und Heizung vermeidet Wärmebrücken zwischen den Bauteilen, ermöglicht den iSFP-Bonus auf die Gebäudehüllen-Förderung und erlaubt eine strategisch geplante Antragstellung über mehrere Förderprogramme hinweg – wie in diesem Fall mit einer Verbesserung um 7 Effizienzklassen.
-
Für BEG-EM-Förderanträge beim BAFA ist die Einbindung eines zugelassenen Energieeffizienz-Experten (EEE) verpflichtend vorgeschrieben – sowohl für die Antragstellung als auch für die energetische Fachplanung. Ohne diese Einbindung ist der Förderantrag nicht zulässig. Energy Building übernimmt diese Rolle inklusive Baubegleitung aus einer Hand.