Kerndämmung MFH Hamburg: iSFP deckt verborgenes Einsparpotenzial auf – U-Wert von 1,32 auf 0,44 W/(m²·K), 2.100 EUR Förderung

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Kerndämmung MFH Region Hamburg: iSFP deckt verborgenes Einsparpotenzial auf – U-Wert von 1,32 auf 0,44 W/(m²·K), 2.100 EUR Förderung

In diesem Praxisbeispiel zeigen wir, wie Energy Building für ein Mehrfamilienhaus in der Region Hamburg (Baujahr 1983, 5 Wohneinheiten, 577 m² Wohnfläche) durch die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ein bislang unbekanntes Einsparpotenzial aufgedeckt hat: zweischaliges Mauerwerk mit Hohlraum in der straßenseitigen Außenwand – geeignet für eine Kerndämmung. Die Kerndämmung verbesserte den U-Wert der Außenwand von 1,32 auf 0,44 W/(m²·K) (–67 %), der Endenergiebedarf sank von 130,1 auf 105,2 kWh/m²a (–19 %), die Effizienzklasse verbesserte sich von E auf D. Der CO₂-Ausstoß sank von 9,8 auf 7,9 t/Jahr. Die Heizkosten sanken von 9.008 auf 7.284 EUR pro Jahr (–1.724 EUR/Jahr). Bei einer Investition von nur 10.500 EUR wurde eine BEG-Förderung von 2.100 EUR (20 %) gesichert – Eigenkosten: 8.400 EUR.

Projektsteckbrief

GebäudetypMehrfamilienhaus (MFH), 5 Wohneinheiten
Baujahr1983
Wohnfläche gesamt577 m²
LageRegion Hamburg
Bisherige HeizungsartGasetagenheizungen (Baujahr 1990–2019)
AuslöserEnergetische Bestandsaufnahme; Gasetagenheizungen als absehbarer Handlungsbedarf
Durchgeführte MaßnahmeKerndämmung (Hohlraumverfüllung der zweischaligen Außenwand)
Leistungen Energy BuildingiSFP · BEG-Antrag (BAFA) · Heizlastberechnung · Baubegleitung
FörderprogrammBEG EM Außenwand (BAFA), 20 % Fördersatz (inkl. iSFP-Bonus)
Förderbetrag2.100 EUR
Energieklasse vorher / nachherE → D
Projektzeitraum2025

Herausforderung 

Das Mehrfamilienhaus in der Region Hamburg verfügte über eine solide Bausubstanz aus dem Jahr 1983 – war energetisch jedoch nicht optimiert. Der Endenergiebedarf lag bei 130,1 kWh/m²a (Effizienzklasse E), die Heizkosten beliefen sich auf rund 9.008 EUR pro Jahr. Alle fünf Wohneinheiten wurden über separate Gasetagenheizungen beheizt – Geräte unterschiedlicher Baujahre zwischen 1990 und 2019 mit steigendem Ausfallrisiko.

Die Eigentümer:innen standen vor typischen Fragen:

  • Wo gehen die meisten Heizkosten verloren – und wo lässt sich effizient einsparen?

  • Welche Maßnahmen lohnen sich wirklich, und in welcher Reihenfolge?

  • Wie lässt sich die Fassade dämmen, ohne das Erscheinungsbild des Gebäudes zu verändern?

  • Was passiert mit der Heizung, wenn eine der Gasetagenheizungen ausfällt – und was sind die Optionen?

  • Welche Fördermittel können genutzt werden?

  • Besonders die Frage nach der Fassade war entscheidend: Ein klassisches Wärmedämmverbundsystem (WDVS) hätte das Erscheinungsbild erheblich verändert und wäre mit deutlich höheren Kosten verbunden gewesen. Dass es eine elegantere Lösung gab, zeigte erst die systematische Analyse.

Unsere Rolle

Als BAFA-zugelassene Energieberater:innen übernahmen wir die vollständige energetische Bestandsaufnahme des Mehrfamilienhauses in der Region Hamburg und erstellten einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) nach den Anforderungen der BAFA.

Darüber hinaus übernahmen wir die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, den BEG-Förderantrag beim BAFA sowie die Baubegleitung für die Umsetzung der Kerndämmung.

Unser Anspruch: nicht nur beraten, sondern wirklich begleiten. Wir verstehen unsere Arbeit als Partnerschaft – von der ersten Ortsbesichtigung über den Sanierungsfahrplan bis zur abgeschlossenen Maßnahme.

Analyse und Bewertung

Energetische Bestandsaufnahme

Im Rahmen der Erstellung des iSFP untersuchten wir systematisch alle energierelevanten Bauteile und Komponenten:

  • Energetische Qualität der Außenwände: U-Wert-Berechnung ergab 1,32 W/(m²·K)

  • Zustand und Anschlussdetails der Fenster

  • Wärmeverluste über die gesamte Gebäudehülle

  • Heizanlage und Warmwasserbereitung: 5 Gasetagenheizungen, Baujahre 1990–2019

  • Wirtschaftlich sinnvolle Reihenfolge der Sanierungsmaßnahmen

Der entscheidende Befund: zweischaliges Mauerwerk

Der zentrale Befund der Analyse: Die straßenseitige Fassade des Gebäudes ist in zweischaliger Mauerwerksbauweise ausgeführt – und zwischen den beiden Schalen befindet sich eine Luftschicht. Diese Bauweise ist in der Region Hamburg und im norddeutschen Raum typisch für Mehrfamilienhäuser aus der Zeit der 1950er bis 1980er Jahre. Sie bietet eine seltene Chance:

Mit einer Kerndämmung lässt sich dieser Hohlraum kostengünstig und ohne jeden Eingriff in die Fassadenoptik mit Dämmmaterial verfüllen. Kein Gerüst, kein neuer Putz, kein verändertes Erscheinungsbild.

Wir haben diese Maßnahme im Sanierungsfahrplan klar priorisiert: hohe Wirtschaftlichkeit, schnelle Umsetzbarkeit, geringes Risiko – ein klassisches Beispiel dafür, warum ein professioneller iSFP sein Geld wert ist.

Fördertechnische Bewertung

Die Kerndämmung als Außenwandmaßnahme ist im Rahmen der BEG EM (Einzelmaßnahme Außenwand) über das BAFA förderfähig – vorausgesetzt, der U-Wert der Außenwand erreicht nach der Maßnahme ≤ 0,20 W/(m²·K). Bei der Kerndämmung von zweischaligem Mauerwerk ist dieses Ziel in der Regel erreichbar.

Hinweis: Der erzielte Nachher-U-Wert von 0,44 W/(m²·K) liegt über dem BEG-Zielwert von ≤ 0,20 W/(m²·K). Die Förderung wurde dennoch gewährt – bitte beim Projektverantwortlichen verifizieren, ob hier ein Ausnahmetatbestand vorlag oder die förderfähigen Kosten entsprechend angesetzt wurden.

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Wie wir konkret unterstützt haben

Nach Fertigstellung des iSFP blieben wir nicht beim Beratungsergebnis stehen – wir halfen den Eigentümer:innen auch dabei, die Maßnahme in die Tat umzusetzen:

  • Erstellung des vollständigen iSFP inkl. Priorisierung der Maßnahmen und Nachweis des Einsparpotenzials

  • Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 – Grundlage für die technische Planung und Fördernachweis

  • BEG-Förderantrag beim BAFA (Einzelmaßnahme Außenwand) – vor Auftragserteilung gestellt

  • Vermittlung eines geeigneten Fachbetriebs für Kerndämmung aus unserem Handwerkernetzwerk

  • Koordination der Abwicklung: Angebotserstellung, Terminkoordination, fachgerechte Durchführung

  • Energetische Baubegleitung vor Ort zur Qualitätssicherung und Förderkonformität

Ergebnis für die Betreiber:innen

Die Kerndämmung hat das Mehrfamilienhaus in der Region Hamburg messbar verändert. Die Eigentümer:innen profitieren dauerhaft von:

Energetische Kennwerte: Vorher / Nachher

Kennwert Vorher Nachher Veränderung
EnergieeffizienzklasseED↑ 1 Klasse
Endenergiebedarf (kWh/m²a)130,1 kWh/m²a105,2 kWh/m²a– 19 %
U-Wert Außenwand (W/(m²·K))1,32 W/(m²K)0,44 W/(m²K)– 67 %
CO₂-Ausstoß9,8 t/Jahr7,9 t/Jahr– 1,9 t/Jahr
Heizkosten / Jahr9.008 EUR7.284 EUR– 1.724 EUR/Jahr
FassadenoptikunverändertunverändertKein Eingriff

Förderung im Überblick

Förderprogramm Satz Betrag Besonderheit
BEG EM Außenwand – BAFA20 %2.100 EURKerndämmung als BEG EM Außenwand, inkl. iSFP-Bonus 5 %
Gesamte Investitionskosten10.500 EURKerndämmung inkl. Handwerker, brutto
Gesamte Förderung20 %2.100 EURBEG EM BAFA-Zuschuss
Effektive Eigenkosten80 %8.400 EURNach Abzug aller Zuschuesse

Was ohne uns passiert wäre

Ohne den individuellen Sanierungsfahrplan wäre das zweischalige Mauerwerk mit seiner Kerndämmungsoption sehr wahrscheinlich unentdeckt geblieben. Die Eigentümer:innen hätten weiter Heizkosten gezahlt – ohne zu wissen, dass eine vergleichsweise günstige Maßnahme erhebliche Einsparungen ermöglicht hätte.

  • Kerndämmungspotenzial ungenutzt: Ohne iSFP hätten die Eigentümer:innen nicht gewusst, dass zweischaliges Mauerwerk vorhanden ist – und damit keine Kerndämmung beauftragt

  • Kein BEG-Förderantrag: Die Förderung wäre schlicht nicht beantragt worden – Verlust: 2.100 EUR

  • Falscher Antragszeitpunkt: Der BEG-Antrag muss vor Auftragserteilung gestellt werden. Wer zuerst bestellt, verliert den Förderanspruch vollständig

  • Kein iSFP-Bonus: Ohne Sanierungsfahrplan wäre der 5 %-Bonus bei künftigen Maßnahmen nicht gesichert – relevant, wenn die Heizungssanierung als nächster Schritt folgt

  • Keine strategische Gesamtplanung: Die Gasetagenheizungen werden absehbar Handlungsbedarf auslösen. Der iSFP gibt jetzt eine klare Strategie vor – was wann in welcher Reihenfolge sinnvoll ist

Der finanzielle Unterschied heute: 2.100 EUR nicht abgerufene Förderung – plus dauerhaft 1.724 EUR höhere Heizkosten pro Jahr. Und ohne strategische Gesamtplanung: ein teures Risiko für den Tag, an dem die erste Gasetagenheizung ausfällt.

Fazit zur Energieberatung

Dieses Praxisbeispiel ist ein Lehrbuchfall für den Wert eines professionellen Sanierungsfahrplans: Nicht eine bereits bekannte Schwachstelle wurde beseitigt – sondern eine unbekannte wurde erst aufgedeckt. Das zweischalige Mauerwerk war da, die Luftschicht war da, die Chance war da. Nur: Ohne systematische Analyse wäre sie unsichtbar geblieben.

Kerndämmung: 10.500 EUR Investition, 2.100 EUR Förderung, 1.724 EUR Heizkosteneinsparung pro Jahr. Amortisation: ca. 5 Jahre (nach Förderung). Das ist eine der effizientesten Einzelmaßnahmen, die an einem Hamburger Mehrfamilienhaus dieser Bauzeit möglich ist.

Und der iSFP leistet mehr als diesen einen Fund: Er hat die Grundlage gelegt für alle weiteren Sanierungsschritte – insbesondere die Heizungsstrategie, die angesichts der Gasetagenheizungen dringend geplant werden sollte.

Vergleichbare Praxisbeispiele

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Häufige Fragen zur Kerndämmung mit iSFP

Bei einer Kerndämmung wird der Hohlraum zwischen den beiden Schalen eines zweischaligen Mauerwerks mit Dämmmaterial verfüllt – typischerweise Mineralwolle oder EPS-Perlen, eingeblasen durch kleine Bohrlöcher. Die Fassadenoptik bleibt vollständig erhalten. Die Methode ist geeignet für Gebäude mit zweischaligem Mauerwerk, typisch in Norddeutschland und Hamburg für Baujahre 1920er bis 1980er. In diesem Praxisbeispiel (Baujahr 1983): U-Wert verbesserte sich von 1,32 auf 0,44 W/(m²·K).

Ja. Kerndämmung ist als Maßnahme an der Außenwand im Rahmen der BEG EM (Einzelmaßnahme Außenwand) über das BAFA förderfähig. Fördersatz: 15 % Grundförderung + 5 % iSFP-Bonus = 20 %, wenn ein gültiger Sanierungsfahrplan (iSFP) vorliegt. Das BEG-Ziel für Außenwände lautet U-Wert ≤ 0,20 W/(m²·K). In diesem Praxisbeispiel: 20 % auf 10.500 EUR = 2.100 EUR Förderung.

Streng genommen ist der iSFP keine Pflicht für die BEG EM Außenwand. Aber er ist aus zwei Gründen wertvoll: Erstens sichert er den iSFP-Bonus von 5 %, der den Fördersatz von 15 % auf 20 % erhöht. Zweitens – und das ist der entscheidende Punkt in diesem Praxisbeispiel – hat der iSFP erst aufgedeckt, dass zweischaliges Mauerwerk mit Kerndämmungspotenzial vorhanden ist. Ohne iSFP wäre die Möglichkeit unbekannt geblieben.

Zweischaliges Mauerwerk ist in Hamburg und Norddeutschland typisch für Gebäude der Gründerzeit sowie der Baujahre 1950er bis 1980er. Ein zuverlässiger Nachweis erfolgt über eine Bauteilaufnahme im Rahmen eines Sanierungsfahrplans (iSFP) – dabei wird die Wandkonstruktion analysiert und der Hohlraum nachgewiesen. Auch die Bauzeichnungen können Hinweise geben. Bei Unsicherheit: Energy Building prüft das im Rahmen der Energieberatung vor Ort.

Gasetagenheizungen stellen bei einem Defekt die Eigentümer:innen vor eine Grundsatzentscheidung: Einzelreparatur oder Übergang zu einem zentralen System? Ein iSFP, wie er für dieses Hamburger MFH erstellt wurde, bereitet genau diese Entscheidung vor: Er zeigt, welche Heizungslösung zur energetischen Gesamtstrategie des Gebäudes passt, und stellt sicher, dass bei der nächsten Maßnahme – ob Wärmepumpe, Gaskessel-Ersatz oder Fernwärme – der iSFP-Bonus für die BEG-Förderung genutzt werden kann.

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