In diesem Praxisbeispiel zeigen wir, wie wir eine Energieberatung in Hamburg für ein Einfamilienhaus (Baujahr 1939, 1 Wohneinheit, ca. 120 m² Wohnfläche) die energetische Sanierung des Dachs begleitet hat. Auslöser war eine ohnehin überfällige Dachsanierung – die Gelegenheit wurde genutzt, um die Gebäudehülle gleichzeitig energetisch zu verbessern. Der U-Wert des Dachs sank von 1,45 W/(m²K) auf 0,14 W/(m²K) – exakt der BEG-Zielwert für die Einzelmaßnahme Dach. Der Endenergiebedarf reduzierte sich von 269,8 auf 202,0 kWh/m²a (– 25,1 %), die Energieeffizienzklasse verbesserte sich von H auf G. Vor der Sanierung lag kein Energieausweis vor. Über die BEG-Einzelmaßnahme Dach (BAFA) wurde eine Förderung von 20 % beziehungsweise 9.200 EUR gesichert, ergänzt durch ein zinsgünstiges IFB-Hamburg-Darlehen. Von 46.000 EUR Investitionskosten blieb dadurch ein Eigenanteil von 36.800 EUR.
Projektsteckbrief
| Gebäudetyp | Einfamilienhaus (EFH) |
| Wohneinheiten | 1 |
| Baujahr | 1939 |
| Wohnfläche | ca. 120 m² |
| Lage | Hamburg |
| Energetisches Hauptproblem | Ungedämmtes Dach |
| Bisherige Heizung | Gasheizung (Baujahr ca. 2004) |
| Auslöser | Dachsanierung ohnehin überfällig |
| Energieausweis vorher | Nicht vorhanden |
| Durchgeführte Maßnahme | Dachsanierung (BEG-Einzelmaßnahme Dach) |
| Leistungen Energy Building | Energieberatung · BEG-Antrag (BAFA) · KfW-Baubegleitung · IFB-Förderstrategie |
| Förderprogramme | BEG EM Dach (BAFA) + IFB-Hamburg-Darlehen |
| Förderbetrag | 9.200 € |
| Energieklasse vorher / nachher | H → G |
| Projektzeitraum | 2026 |
Dachsanierung an einem Hamburger Einfamilienhaus (Baujahr 1939)
Ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1939 in Hamburg sollte energetisch weiterentwickelt werden. Die größte energetische Schwachstelle des Gebäudes war das bislang ungedämmte Dach mit einem U-Wert von 1,45 W/(m²K). Da die Dachabdichtung ohnehin altersbedingt sanierungsbedürftig war, stellte sich die Frage: Wird das Dach nur handwerklich instandgesetzt – oder wird die Gelegenheit genutzt, gleichzeitig eine förderfähige energetische Sanierung nach den Vorgaben der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) umzusetzen?
Herausforderung
Die Eigentümer:innen standen vor einer klassischen Sanierungsentscheidung: Das Dach war altersbedingt ohnehin instandsetzungsbedürftig, unabhängig von energetischen Überlegungen. Die zentrale Frage war, ob sich die ohnehin notwendige Maßnahme mit einer energetischen Verbesserung und einer Förderung sinnvoll verbinden lässt.
Erschwerend kam hinzu, dass für das Gebäude bislang kein Energieausweis vorlag. Damit war weder die energetische Ausgangssituation dokumentiert noch klar, welche Fördermöglichkeiten realistisch erreichbar sind. Die bestehende Gasheizung (Baujahr ca. 2004) war weiterhin funktionstüchtig und sollte nicht Teil der Maßnahme sein – der Fokus lag klar auf der Gebäudehülle.
Unsere Rolle
Energy Building wurde hinzugezogen, um die Dachsanierung energetisch zu bewerten, die passende Förderstrategie zu entwickeln und die Umsetzung im Rahmen einer KfW-Baubegleitung fachlich zu begleiten. Ziel war es, aus einer ohnehin notwendigen Instandhaltungsmaßnahme eine geförderte energetische Sanierung nach den Anforderungen der BEG-Einzelmaßnahme Dach zu machen.
Analyse und Bewertung
Energetische Bestandsaufnahme
Im Rahmen einer Energieberatung vor Ort in Hamburg erfassten wir den energetischen Ist-Zustand des Gebäudes. Da bislang kein Energiebedarfsausweis vorlag, war dies der erste Schritt, um die energetische Ausgangslage überhaupt zu dokumentieren:
Energieeffizienzklasse: H (kein Energieausweis vor der Maßnahme vorhanden)
Endenergiebedarf: 269,8 kWh/m²a
U-Wert Dach vor Sanierung: 1,45 W/(m²K)
Geschätzte Heizkosten: ca. 3.890 EUR/Jahr
Für die geplante Dachsanierung im Rahmen der BEG Einzelmaßnahme Dach gilt die Anforderung eines U-Werts von maximal 0,14 W/(m²K). Wir bewerteten, mit welcher Dämmstärke und -art dieser Zielwert sicher erreicht werden konnte, und stimmten die Förderfähigkeit mit dem Antrag beim BAFA ab.
Förderstrategie: BEG kombiniert mit IFB-Darlehen
Neben der BEG-Einzelmaßnahme Dach (BAFA) prüften wir die Möglichkeit, ergänzend ein zinsgünstiges IFB-Hamburg-Darlehen einzusetzen. So ließ sich der Zuschuss über das BAFA mit einer günstigen Finanzierung über die IFB Hamburg kombinieren – ein Vorteil, der ohne Fachberatung häufig nicht bekannt ist oder nicht ausgeschöpft wird.
Wie wir konkret unterstützt haben
Schritt 1 – Energieberatung vor Ort und Erfassung des Ist-Zustands
Da für das Gebäude noch kein Energieausweis vorlag, führten wir zunächst eine vollständige Energieberatung vor Ort durch, erfassten die Bestandsdaten und berechneten den energetischen Ist-Zustand als Grundlage für alle weiteren Entscheidungen.
Schritt 2 – IFB-Darlehen Hamburg
Ergänzend zur BAFA-Förderung banden wir ein zinsgünstiges IFB-Hamburg-Darlehen in die Finanzierungsstrategie ein, um die Investitionskosten zusätzlich günstig zu gestalten.
Schritt 3 – BEG-Förderantrag bei der BAFA
Wir stellten den Förderantrag im Rahmen der BEG-Einzelmaßnahme Dach bei der BAFA und stimmten Dämmstärke sowie das U-Wert-Ziel von 0,14 W/(m²K) mit den Förderanforderungen ab.
Schritt 4 – KfW-Baubegleitung während der Bauphase
Während der Umsetzung übernahmen wir die geförderte Baubegleitung: Kontrolle der Ausführung, Abstimmung mit dem ausführenden Dachdeckerbetrieb und Sicherstellung, dass der geforderte U-Wert tatsächlich erreicht wird.
Ergebnis für die Eigentümer:innen
Die Dachsanierung schloss die zentrale energetische Schwachstelle des Gebäudes. Für die Eigentümer:innen ergaben sich folgende messbare Verbesserungen:
Energetische Kennwerte: Vorher / Nachher
| Kennwert | Vorher | Nachher | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Energieeffizienzklasse | H | G | 1 Klasse besser |
| Endenergiebedarf (kWh/m²a) | 269,8 kWh/m²a | 202,0 kWh/m²a | – 25,1 % |
| U-Wert Dach (W/(m²·K)) | 1,45 W/(m²K) | 0,14 W/(m²K) | – 90,3 % |
| Heizkosten / Jahr | ca. 3.890 € | ca. 2.909 € | – 981 €/Jahr |
| Sommerlicher Wärmeschutz | unzureichend | deutlich verbessert | Spürbar |
Förderung im Überblick
| Förderprogramm | Fördersatz | Förderbetrag | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| BEG EM Dach – BAFA | 20 % | 9.200 € | Bundesförderung, Zuschuss |
| IFB Hamburg | Darlehen | zinsgünstig | Ergänzend zum BEG-Zuschuss |
| Gesamte Investitionskosten | – | 46.000 € | Inkl. Handwerker, brutto |
| Gesamte Förderung (Zuschuss) | 20 % | 9.200 € | BEG EM (BAFA) |
| Effektive Eigenkosten | 80 % | 36.800 € | Nach Abzug BEG-Zuschuss |
Neben den reinen Energiekennwerten profitieren die Eigentümer:innen von einem spürbar verbesserten sommerlichen Wärmeschutz: Das zuvor ungedämmte Dach führte im Sommer zu hohen Innenraumtemperaturen im Dachgeschoss – ein Effekt, der durch die neue Dämmung deutlich reduziert wird.
Finanziell wurde das Projekt durch die kombinierte Förderstrategie spürbar entlastet: Von 46.000 EUR Investitionskosten reduzierte die BEG-Förderung (20 %, 9.200 EUR) den Eigenanteil auf 36.800 EUR – ergänzt durch das zinsgünstige IFB-Hamburg-Darlehen.
Was ohne uns passiert wäre
Ohne unsere Energieberatung hätte die Förderung nach unserer Einschätzung nicht in dieser Form funktioniert. Konkret wären mutmaßlich mehrere Punkte anders verlaufen:
Die Dachsanierung wäre vermutlich als reine Instandsetzung ohne energetische Optimierung umgesetzt worden – die 9.200 EUR BEG-Förderung wären ungenutzt geblieben.
Ohne Energieberatung vor Ort wäre die energetische Ausgangssituation (Klasse H) nicht dokumentiert gewesen – eine Voraussetzung für den BEG-Förderantrag.
Ohne Kenntnis der genauen U-Wert-Anforderung (0,14 W/(m²K)) hätte eine handwerklich übliche Dämmstärke die Förderfähigkeit unter Umständen verfehlt.
Die Kombination mit dem zinsgünstigen IFB-Hamburg-Darlehen wäre voraussichtlich nicht bekannt gewesen und daher nicht genutzt worden.
Der finanzielle Unterschied: bis zu 9.200 EUR entgangene BEG-Förderung – bei einer Investition von 46.000 EUR ein erheblicher Anteil der Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahme.
Fazit
Dieses Praxisbeispiel zeigt: Auch eine ohnehin notwendige Instandsetzung lässt sich mit der richtigen Beratung in eine geförderte energetische Sanierung verwandeln. Aus einer fälligen Dachreparatur wurde eine vollwertige BEG-Einzelmaßnahme mit dokumentierter Verbesserung der Energieeffizienzklasse von H auf G.
Durch die Kombination aus BEG-Zuschuss und IFB-Hamburg-Darlehen wurden 9.200 EUR Förderung gesichert – bei einer Investition von 46.000 EUR. Das macht die Maßnahme nicht nur energetisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.
Ähnliche Praxisbeispiele
Häufige Fragen zur Dachsanierung mit Förderung (Einfamilienhaus)
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In diesem Hamburger Praxisbeispiel wurde im Rahmen der BEG-Einzelmaßnahme Dach ein Fördersatz von 20 % bewilligt, das entspricht 9.200 EUR bei 46.000 EUR Investitionskosten. Die genaue Höhe hängt von der individuellen Förderkonstellation und dem BAFA-Bewilligungsbescheid ab.
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Für die BEG-Einzelmaßnahme Dach ist ein U-Wert von maximal 0,14 W/(m²K) erforderlich. In diesem Praxisbeispiel wurde der U-Wert von 1,45 W/(m²K) auf exakt diesen Zielwert gesenkt.
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Ein bestehender Energieausweis ist keine zwingende Voraussetzung für die Antragstellung. In diesem Fall lag vorher kein Energieausweis vor – im Rahmen der Energieberatung wurde die energetische Ausgangssituation daher zunächst durch eine Vor-Ort-Analyse dokumentiert.
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Ja, die Kombination aus einem BEG-Zuschuss (BAFA) und einem zinsgünstigen Darlehen der IFB Hamburg ist grundsätzlich möglich. Wichtig ist eine korrekte Abstimmung der Antragsreihenfolge und -bedingungen zwischen beiden Programmen – eine professionelle Förderberatung ist hier entscheidend.
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Bei Gebäuden aus dieser Bauzeit ist das Dach häufig die letzte ungedämmte Fläche der Gebäudehülle. Eine Dämmung verbessert nicht nur den winterlichen Wärmeschutz, sondern auch den sommerlichen Hitzeschutz im Dachgeschoss deutlich – wie auch in diesem Praxisbeispiel beobachtet.